8. April 2024: Lichtwarks Sommerfrische und die Hittfelder Landhauskolonie

Alfred Lichtwark
Landhaus Kalckreuth
Tanzdarbietung auf dem Sunderberg
Lichtwark mit Freunden vor dem Landhaus Vivié

„Niemand kennt Lichtwark, der ihn nicht hier gesehen hat.“

(Fritz Schumacher, 1935)

Vortrag veranstaltet vom Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege 
am 8.4.2024 in Hannover
zur Hittfelder Landhauskolonie Hamburger Großbürger im Umfeld Alfred Lichtwarks
zwischen 1902 und 1914.

Der genaue Ort und die Anmeldemodalitäten werden noch bekannt gegeben.

18. Febr. 2024: Lichtwarks Sommerfrische und die Hittfelder Landhauskolonie

Alfred Lichtwark
Landhaus Kalckreuth
Tanzdarbietung auf dem Hittfelder Sunderberg
Lichtwark mit Freunden vor dem Landhaus Vivié

„Niemand kennt Lichtwark, der ihn nicht hier gesehen hat.“

(Fritz Schumacher, 1935)

Vortrag veranstaltet vom Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e. V. 
am 18.2.2024 in der Cordes-Halle im Forum Ohlsdorf
zur Hittfelder Landhauskolonie Hamburger Großbürger im Umfeld Alfred Lichtwarks zwischen 1902 und 1914

24. Febr. 2024: Lichtwarks Sommerfrische und die Hittfelder Landhauskolonie

Alfred Lichtwark
Landhaus Kalckreuth
Tanzdarbietung auf dem Hittfelder Sunderberg
Lichtwark mit Freunden vor dem Landhaus Vivié

„Niemand kennt Lichtwark, der ihn nicht hier gesehen hat.“

(Fritz Schumacher, 1935)

Vortrag zur Hittfelder Landhauskolonie Hamburger Großbürger im Umfeld Alfred Lichtwarks zwischen 1902 und 1914

veranstaltet von der Kirchengemeinde St. Mauritius in Hittfeld,
Schillerplatz 4, Seevetal-Hittfeld
am 24.2.2024. Beginn: 15.00 Uhr

16. Nov. 2023: Eine Ahnung kommender Lebenskunst

Alfred Lichtwark
Landhaus Kalckreuth
Tanzdarbietung auf dem Hittfelder Sunderberg
Lichtwark mit Freunden vor dem Landhaus Vivié

„Und wir Modernen, die wir nach langer Gleichgültigkeit wieder so intim wie [der Naturdichter Barthold Heinrich] Brockes zu sein trachten, …“

(Alfred Lichtwark, 1892)

Vortrag zur Hittfelder Landhauskolonie um Alfred Lichtwark im Verhältnis zu Lebens-Kunst-Projekten bei Johann Bossard, Heinrich Vogeler und Leberecht Migge

in der Kunststätte Bossard,
Bossardweg 95, 21266 Jesteburg
am 16.11.2023. Beginn: 18.00 Uhr

Sieh doch die Harlekine!

Fachbeitrag zum Naturbegriff in der Veranstaltungsreihe „Expedition Grün“, einer öffentlichen Vortragsreihe anlässlich der Uraufführung der Oper „Miameide – Die stillen Schwestern“ von Kristine Tornquist und Julia Purgina, sirene Operntheater, Wien.

Am 21.09.2023

Weitere Informationen:
https://www.sirene.at/aktuell/2023-miameide/science-vortragsreihe/sieh-doch-die-harlekine/

https://www.sirene.at/aktuell/2023-miameide/

Tutenbergs Himmel

Der Schurke:
Hemanuel alias Hermann K.

Der Unverstandene:
Ferdinand T.

Die Beste:
Lisa T.

Der Schöpfer des Himmels und der Erde

Der echte und einzig wahre
Ferdinand Tutenberg

Ferdinand Tutenberg (1874-1956) ist alles andere als eine schillernde Gestalt. Mit technischem Verständnis, großem Wissen, noch größerem Selbstvertrauen und unermüdlichem Fleiß schafft er in den 1910er- und 1920er-Jahren unter schwierigsten Bedingungen zahllose öffentliche Grünanlagen für Altona, darunter den Volkspark und den Hauptfriedhof Altona. Als Gartenkünstler fühlt er sich jedoch nicht akzeptiert, und seine Schöpfungen und Planungen werden tatsächlich von Fachkollegen kritisiert. Er führt dies auf persönlichen Neid zurück, und darauf, dass man ihm, der kein vollständiges Gartenkunst-Studium an einer angesehenen Hochschule absolviert hat, echte Gartenkunst nicht zutraut. Schließlich von der NS-Stadtregierung in seinem Amt als Gartendirektor der Stadt Altona diffamiert, zieht er sich 1934 nach einem Nervenzusammenbruch aus Altona nach Oberursel zurück und verfasst dort verbittert seine Lebenserinnerungen. In diesen schildert er neben seinen Gartenschöpfungen auch die konfliktreichen Zusammenstöße mit Berufskollegen, aus denen er stets siegreich hervorgegangen sein will.

In „Tutenbergs Himmel“ weilt Gartendirektor a. D. Ferdinand Tutenberg im Jahre 2023 über den Wolken. Noch immer quält ihn die Frage, ob man ihm auf der Erde die gebührende Anerkennung zollt, und auch seine Frau Elisabeth kann ihm dabei nicht helfen. Da erscheint plötzlich Gott in Begleitung eines sonderbaren Engels. Doch während Gott und Tutenberg im Laufe eines persönlichen Gartengesprächs immer mehr Gemeinsamkeiten entdecken, lässt der Engel mit dem seltsamen Namen Hemanuel keine Gelegenheit aus, um gegen Tutenbergs Können zu sticheln. Bei Tutenberg reißen alte Wunden auf und die Lage spitzt sich gefährlich zu…

Einakter zur Feier des 100-jährigen Bestehens des Hauptfriedhofs Altona.
Uraufführung am 17. September 2023 in der Kapelle des Hauptfriedhofs Altona:

Die Personen und ihre Darsteller:
Ferdinand Tutenberg – Nils-Holger Koch
Elisabeth Tutenberg – Manon Koop
Hermann Kube – Wieland Schinnenburg
GOTT – Bay Stiller

Musikalische Begleitung: Chris Drave

Idee, Text und Regie: Joachim Schnitter

Im Auftrag des Bezirksamts Hamburg-Altona, Management des öffentlichen Raumes, Fachabteilung Stadtgrün: Grünplanung/Projekte

Zwischen Lichtwark und Thunberg

Vom nicht endenden Ringen zwischen Raumkunst und Naturbild im Hamburger Stadtpark

Die Rosengärten um 1930
(Hamburger Staatsarchiv)
Verfechter der geometrischen Gartenkunst: Alfred Lichtwark
Naturnaher Kontrast im Stadtpark: Das Sierichsche Gehölz
Sind artifizielle Schmuck-pflanzungen angesichts des Insektensterbens noch vertretbar?

Vortrag am 17.06.2022
in der Kirche St. Gabriel, Sorenremen 16, 22359 Hamburg
für den Förderverein St. Gabriel Volksdorf e.V.

Um kaum eine andere Parkanlage wurde so vehement und anhaltend gerungen: Hamburgs geplanter Stadtpark war von Beginn an ein Hauptschauplatz gartenkünstlerischer Auseinandersetzungen. Auf der einen Seite standen die Traditionalisten, die ihre Parkbilder aus dem englischen Landschaftsgarten abgeleitet hatten, auf der anderen die Bilderstürmer um Kunsthallendirektor Alfred Lichtwark, der Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wortgewaltig die Abkehr von „Brezelwegen“ und ornamentalen „Teppichbeeten“ forderte. In einem beispiellosen Planungsprozess wurden beide Lager in den Personen Fritz Schumachers und Ferdinand Sperbers zu einem deutschlandweit beachteten stilistischen Kompromiss verpflichtet, der spektakulär gelang und 1914 zum bis heute geltenden Grundgerüst des Hamburger Stadtparks wurde. Weitsichtig hoffte Schumacher damals, der Stadtpark möge sich stets weiterentwickeln und „niemals fertig werden“.

Dabei war es stets um mehr gegangen als um stilistische Differenzen. Hinter dem Formenstreit standen jeweils zugehörige Gesellschafts- und Naturbilder. Nach den Erfahrungen von NS-Staatlichkeit und Krieg brachen sich daher diese Stilprobleme in modifizierter Form erneut Bahn. Aber auch die Umweltbewegung der 1970er Jahre und die Gartendenkmalpflege der 1990er haben den Stadtpark jeweils prägnant weiterentwickelt. Bis in die Gegenwart besteht das Ringen um die geeignete, den Anforderungen von Stadtgesellschaft und „Natur“ genügende Form und Pflege des Stadtparks. Infolge der stadtplanerischen Konzepte „Wachsende Stadt“ sowie „Natürlich Hamburg“ ist der Stadtpark erneut in den Fokus geraten – und verrät immer noch viel vom herrschenden Natur- und Gesellschaftsbild.

Lichtwarks Sommerfrische und die Hittfelder Landhauskolonie

Alfred Lichtwark
Landhaus Kalckreuth
Tanzdarbietung auf dem Hittfelder Sunderberg
Lichtwark mit Freunden vor dem Landhaus Vivié

„Niemand kennt Lichtwark, der ihn nicht hier gesehen hat.“

(Fritz Schumacher, 1935)

Vortrag im Rahmen des Forschungs-Lunchs der Hamburger Kunsthalle
am 18.10.2021
zur Landhauskolonie Hamburger Großbürger im Umfeld Alfred Lichtwarks
zwischen 1902 und 1914

Warburgs Garten auf dem Kösterberg in Hmb.-Blankenese

„Ein gleichbleibend sicherer Bezugspunkt in allen Wirrnissen“

Vortrag in der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg am 14. März 2019
vor der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur, Zweig Hamburg, und der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur, Landesverband Hamburg/Schleswig-Holstein e. V.

 

Dieser heute größtenteils in Privatbesitz befindliche Warburgpark ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Lediglich ein heute öffentlicher Teil des ehemals größeren Anwesens, der „Römische Garten“ in Blankenese ist detailliert untersucht und bei Gartenfreunden und -historikern gleichermaßen als Kleinod der Hamburger Reformgartenkunst geschätzt. Weitgehend unbeachtet sind jedoch die teils dramatischen Geschehnisse um Parzellierung vs. Erhalt des Anwesens, die während der NS-Zeit und in der frühen Nachkriegsgeschichte stattfanden.

Warburgs Garten darf mit Recht als einer der kulturgeschichtlich bedeutsamsten Gärten Hamburgs bezeichnet werden, dessen heutige Gestalt nur vor dem Hintergrund der damaligen Geschehnisse verständlich wird.

 

„Die Zelle, aus der sich der Leib der Großstadt aufbaut“

– Das grüne Raumgefüge der Dulsberg-Siedlung

Vortrag, gehalten am 9. Mai 2019 im „Museum für Hamburgische Geschichte“ im Rahmen der Tagung
„Hamburger und Altonaer Reformwohnungsbau der 1920er Jahre – Vergleichende Perspektiven von Modellen der Moderne“.
Veranstaltet von der Fritz-Schumacher -Gesellschaft (FSG) zusammen mit der Gustav-Oelsner-Gesellschaft (GOG) am 09. und 10. Mai 2019 .

 

Reformgartenkunst im Hamburger Raum

   

„ein Stück der großen Auseinandersetzung unserer Zeit zwischen Rhythmus und Muskel“

Nicht nur eine Entgegnung auf die als schablonenhaft empfundenen Gärten des „langen 19. Jahrhunderts“ sollte sie sein. Eine Zeit, die bereits im Ornament eine Nähe zum Verbrechen witterte, sah Reformgartenkunst als Teil einer umfassenden Lebensreformbewegung. Die neuen „Gartenarchitekten“ propagierten Reformgärten als Weg, eine zuvor bloß dekorative Gartenkunst mit drängenden Gesellschaftsbedürfnissen zu versöhnen.

Heute weitgehend vergessen, erfuhr die Hamburger Reformgartenkunst ab 1907 einen wichtigen Anstoß von südlich der Elbe: Durch Lichtwarks Beispiel eines eigenen Wohnhäuschen in Eddelsen inspiriert, errichteten wohlhabende Hamburger Familien in nahegelegenen Heidedörfern Landhäuser durch junge Reformarchitekten und umgaben sie unter Lichtwark Einfluss mit Reformgärten, die zum Teil bis heute erhalten sind. Neueste Forschungsergebnisse belegen die Intensität des künstlerischen und gesellschaftlichen Austausches.

In Hamburg prallten dann die grünen Bilderstürmer um Kunsthallendirektor Alfred Lichtwark auf gartenkünstlerische Traditionalisten. Im wort- und bildreichen Getümmel um die Gestaltung des Hamburger Stadtparks konnten sich die jungen Wilden schließlich behaupten. Doch war auch die Seite der siegreichen Reformgartenkünstler keineswegs einig: Zwischen selbstlosem „Gartensozialismus“, städtischer Wohlfahrtspflege und lukrativen Privataufträgen changierend, schufen sie Parks, Gärten und städtebauliche Ensembles von großer Qualität. Die Namen vieler Hamburger Gartenarchitekten dieser Zeit wie Otto Linne, Leberecht Migge, Ferdinand Tutenberg, F. Georg Hölscher, Rudolph Schnackenberg und Hermann König haben daher auch heute noch einen meist sehr guten, mindestens beeindruckenden Klang.

Viele ihrer Gestaltungen – von denen bekannte, aber auch weitgehend vergessene vorgestellt werden sollen – ereilte allerdings ein verfrühtes Ende: Nachdem sich Reformgärten- und -parks recht problemlos in Blut-und-Boden-Phrasen oder gigantomanische Raumkonzepte der NS-Zeit hatten überführen lassen, überformte eine neue Planergeneration nach dem Krieg viele der alten Anlagen politisch korrekt mit „fließenden Räumen“ oder bagatellisierten sie. Die Faszination der bildhaft oder real überkommenen Reformgärten mit ihren weitgreifenden künstlerischen und sozialen Ansprüchen hat dies nicht gemindert.

Vortrag gehalten vor der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur e.V.
am 18. Juni 2019 in der Akademie der Künste, Klosterwall 23, 20095 Hamburg